Umgebung
Der Madonie-Naturpark
Der
Naturpark des Madoniegebirges wurde als zweiter Naturpark auf Sizilien 1989 eingerichtet.
Der Park umfaßt auf seinen 39.972 Hektar fünfzehn Gemeinden, landwirtschaftliche
Zentren von erheblicher Bedeutung. Die Landschaft ist ausgesprochen heterogen, mit
verschiedenen und ganz besonderen Landschaftsformen. Eine Aufeinanderfolge von tiefen
Tälern, an deren Grund Sturzbäche zu Tal fließen, rauhe Berge, die sich zum Meer
öffnen, von sogenannten "Pizzi", steilen Kalkfelsen mit abgeschnittenen
Spitzen, von tonhaltigen "Cozzi", zwischen denen sich zahlreiche Ebenen
erstrecken. In niedriger Meereshöhe finden wir die typische Mittelmeermacchia mit
der heimischen Pinie, Erika, Ginster, Wolfsmilch. In den Höhenlagen findet man zwischen
den Steineichen- und Buchenwäldern eine nur hier vorkommende Vegetation, wie die Nebrodische
Tanne,
den Wacholder, die Mistel, den Weißdorn.Der Madonie-Naturpark ist ein wirkliches botanisches Paradies, hier findet man den Großteil der 2.600 Pflanzenarten, die es auf Sizilien gibt.
In
diesem Naturparadies ist auch die Fauna reich und reich an Arten: Im Park gibt es
Füchse, Wiesel, Stachelschweine und Hasen, Königseulen, Grasmücken, Rotspechte, Siebenschläfer,
Königsraben und den außergewöhnlichen Königsadler.Abgesehen von der Natur können sich die fünfzehn Gemeinden auf dem Gelände des Naturparks alter, weit zurückreichender Ursprünge rühmen und die Städte haben sich ein weitgehend mittelalterliches Aussehen bewahrt, mit einem reichen künstlerischen Erbe, bewacht von Kirchen und Adelspalästen. In diesen kleinen Zentren kann man die echten landestypischen Spezialitäten kosten, die aus Landwirtschaft und Viehzucht stammen, so etwa den "Tuma", die frische Ricotta und verschiedene Arten von Käse, handwerklich von Hirten zubereitet, in den höheren Gebieten der Madonie.
Wenn Sie mehr wissen wollen, besuchen Sie die Website www.parcodellemadonie.it
Polizzi Generosa (20 km)
Kunststadt
mit sehr alter Geschichte, auf einem Hügel in 917 m Höhe.Hellenistischen Ursprungs hatte sich die Stadt vor allem in der Zeit der Normannen durch den Grafen Roger und die Gräfin Adelasia entwickelt. Der Titel "Generosa" wurde ihr 1234 von Kaiser Friedrich II. verliehen. Die Anwesenheit zahlreicher adeliger Familien begünstigte die Ansiedlung verschiedener Orden und den Bau von Kirchen und Klöstern. Als Zentrum von Kultur und Kunst wurde sie das Ziel illustrer Persönlichkeiten, hier weilten aber auch verschiedene Herrscher: Die Königin Elisabeth Aragon, ihr Sohn Ludwig, König von Trinacria, die Königin Maria, die Königin Bianca von Navarra. Die Renaissance war die glanzvollste Zeit, gekennzeichnet durch ein Aufblühen der Kunst.
Caltavuturo (14 km)
Viele
Gelehrte führen die Ursprünge der Stadt auf die Zeit der Araber zurück. Wahrscheinlich
hat sie die Etymologie des Ortsnamens dazu gebracht, CALAAT-ABU-THUR, der Name eines
arabischen Heerführers. In der Zeit der Normannen gehörte die Stadt der Familie des
Grafen Roger; unter den Staufern kam sie zur Familie der Ventimiglia, denen bis zum
16. Jahrhundert verschiedene Familie folgten. Der Ursprung des neuen Caltavuturo
(1550) geht auf wenige Einwohner zurück, welche den höhergelegenen Teil der Stadt
verließen und sich außerhalb der Stadtmauern auf einem nach Süden zu liegenden Hügel
auf einer Felsenterrasse namens "Terravecchia" ansiedelten, so genannt,
weil hier die allererste Ansiedlung war. Bis 1720 zogen auch die Reichen der Stadt
in diesen Teil um, der jetzt "Terranuova" genannt wurde. Sie erbauten dort
die ersten Paläste im 18. Jahrhundert. Petralia Soprana (29 km)
Sie
liegt im Herzen der Bergkette der Madonie auf 1147 m Höhe.Der Ort wurde von den Sikariern gewählt, um sich von hier aus besser gegen die Feinde verteidigen zu können. Die Akropolis des antiken Petra, (vom griechischen Wort für Stein, Fels) wechselte im 3. Jahrhundert v. Chr. von den Karthagern zu den Römern. Die Zeit des größten Glanzes, in der sie zum größten Lieferanten von Getreide wurde, war als die Stadt von den Arabern zu den Normannen wechselte.
1062 vom Grafen Roger von Altavilla erobert, der die Stadtmauer und die alte Festung weiter ausbaute, die Kirchen Madonna della Vittoria und S. Teodoro erbauen ließ und die Moschee für die christliche Religion öffnete, indem er sie dem Erlöser weihte. Nachdem die Stadt von Roger auf seinen Sohn Serlone überging, wurde sie mit der Grafschaft Geraci vereinigt und war von 1258 bis 1396 Teil der Grafschaft der Ventimiglia, um schließlich zur Grafschaft Collesano zu wechseln. Es folgten verschiedene historische Wechselfälle und die Stadt war im Besitz verschiedener Familien.
Petralia Sottana (26 km)
Ein
historisches Stadtzentrum in typisch mittelalterlicher Art, auf 1000 m Höhe.Der Ursprung der Stadt ist alt und ungesichert, aber nach den alten griechischen und lateinischen Schriftstellern wurde sie noch vor der römischen Oberherrschaft gegründet. Sie wurde "inferior" und dann "sottana" genannt (beide Worte bedeuten unten, niedrig) um sie von dem nahen und höher gelegenen Petralia Soprana zu unterscheiden. Der griechische Name Petra zeigt an, daß die Ansiedlung älter sein muß als die Zeit der Römer. In der Zeit der Normannen entstand um die Burg Rogers herum, auf dem Platz der allerersten Ansiedlung, der neue Ort Petralia Sottana. Im 14. Jhd. war sie zusammen mit Petralia Soprana Teil der Grafschaft Collesano. Die Stadtanlage, mit eindeutig mittelalterlichen Erscheinungsbild, hat in seinem Inneren großartige Gebäude aus dem 18. und 19. Jahrhundert.
Gangi (45 km)
Einst
hat man es als der antike Engyum identifiziert, einer griechischen Stadt, die von
Kolonisten von der Insel Kreta gegründet wurde. Die heutige Stadt entwickelte sich
ab dem 14. Jhd. Am Monte Marone gelegen hat Gangi bis heute sein mittelalterliches
Erscheinungsbild bewahrt, mit seinen malerischen Gäßchen und den Häusern aus Stein.Die bedeutendsten Bauwerke sind die Kirche S. Nicola mit dem beeindruckenden Turm der Ventimiglia und die Kirche Santa Maria degli Angeli in typisch barocker Bauweise. Darüber hinaus lohnt sich der Besuch des Palazzo Mocciaro aus dem 12. Jhd. und des Palazzo Bongiorno-Li Destri aus dem 18. Jhd.
Sclafani Bagni (19 km)
Der
Ort Sclafani Bagni beansprucht, die Burg des antiken Imera zu sein. Seine Ursprünge
gegen auf die Zeit der Griechen zurück. Nach der Niederlage der Araber nahmen die
Normannen Besitz von der Stadt. Mit dem Bau der Burg durch Matteo Sclafani etwas
abseits des alten Ortes siedelte auch die Burg nach dorthin um. 1953 kam zum Namen
Sclafani das Beiwort "Bagni" (Bad) hinzu, um die Anwesenheit von Thermalbadeeinrichtungen
anzuzeigen. Am Eingang des Städtchens, das man sich unbedingt anschauen sollte, steht
die monumentale Porta Soprana mit dem Wappen der Familie Sclafani. Bedeutend sind
die Pfarrkirche und die Kirche S. Giacomo, die älteste der Stadt, geschmückt mit
Serpotta-Stuck.
Cefalù (60 km)
Die
historische erhebt sich auf den Hängen des Rocca, umspült vom Meer und von zahlreichen
Wasserläufen. Der Name der Stadt kommt entweder vom hebräischen «Kefas» (Stein),
oder vom griechischen «Kefale'» (Kopf), oder «Kefalos» (unterirdischer Fluß oder
Wasserkopf), oder vom lateinischen «Cephaloedium» (Quelle, die am Meer entspringt).
Die Stadt, wahrscheinlich von den Phöniziern gegründet, kam im Lauf der Zeit unter
verschiedene Oberhoheiten: Griechisch, karthagisch, römisch, byzantinisch, arabsich,
normannisch etc.Das wichtigste Bauwerk von Cefalù ist sicher der Dom (oder besser Basilika-Kathedrale) aus arabisch-normannischer Zeit. Es handelt sich um eine der größten sizilianischen Kathedralen, die zwar von den Normannen projektiert wurde, aber viele kulturelle Elemente der tatsächlichen Erbauer, Araber und Byzantiner aufweist, die Sizilianer waren und in gewisser Weise auch Cefaluden. Von besonderem Interesse sind die Mosaiken am Taufbecken in der Apsis mit der Figur des Pantocrators, die dann auch in der Kathedrale von Monreale und in der Palastkapelle von Palermo übernommen wurde.
Agrigent (90 km)
Eine
antike griechische Kolonie (583 v. Chr.), sie wurde 210 v. Chr. von den Römern und
schließlich von den Arabern 829 erobert, von denen der Name Girgenti kommt, wie die
Stadt noch bis 1927 genannt wurde. Ein hochinteressantes archäologisches Zentrum,
in dem man beeindruckende Ruinen dorischer Tempel aus der Zeit zwischen 520 und 430
v. Chr. findet, liegt im nahen Valle dei Templi.
Piazza
Armerina (90
km)
Ein
archäologisches hochinteressantes Gebiet, Piazza Armerina ist seit längerem Schauplatz
zahlreicher Ausgrabungen. Eine der bis heute bedeutendsten Funde ist die berühmte Villa del Casale, ein außerordentliches Zeugnis für das Leben in römischer Zeit, mit seinen Mosaikfußböden, die in der ganzen Welt berühmt sind.
